El Hierro

El_Hierro

 

Im Frühling entdeckten wir “El Hierro” für uns. Die kleinste der Kanarischen Inseln, die wir nach einem kurzen Zwischenstop in Teneriffa´s Hafenort “Los Cristianos” erreichten, hat uns nach einem langen Berliner Winter schwer begeistert.

Wir schliefen uns nach unserer Ankunft auf der Vulkaninsel zwei Tage kräftig aus, lasen zwischendrin, was die e-book-Bibliothek auf dem iPad so hergab, futterten vor Ort viel Fisch, regionales Gemüse und typisch kanarische Süßspeisen (Mandel-Griessbrei!).

Dann sahen wir uns auf der Insel um. Für Christoph Kolumbus ist El Hierro während seiner zweiten, großen Reise die letzte Station in Europa gewesen, bevor er mit seiner 17 Schiffe umfassenden Flotte während eines kräftigen Passatwindes in die “Neue Welt” übersetzte. Es liegt sicher am energetischen Vulkangestein, dass die kleine Insel trägt: nach anderthalb Urlaubstagen kommt eine innere Unruhe auf, die sofort produktiv nutzen möchte. Wer kreativ ist, will jetzt was entwerfen und entwickeln. Der Autor schriebt etwas auf. Jung-Unternehmer kommt der Perspektivwechsel für geschäftliche Entscheidungen sehr zugute. Der günstige Wind, der Columbus und seine Crew vor hunderten von Jahren schon in eine neue Himmelsrichtung schob, er gab unseren Ideen auf der Insel einen enormen Rückenwind.

Die Natur ist üppig und grün (es regnet eben hin und wieder auch mal ein bißchen). Wer Lust hat, fährt durch riesige Mango- und Bananenplantagen an die Küste und schaut am Kliff stundenlang über das laute, brausende Meer.

Die Einwohner sind herzlich und entspannt. Autos, Haustüren und Fahrräder werden nicht abgesperrt – wo sollte ein Dieb mit dem gestohlenen Mietwagen denn schon auch hinfahren? Wer allein reist, fühlt sich in der Gemeinschaft der Insulaner sicher und gut aufgehoben.

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W O H N E N :  im “El Sitio” im Ort Frontera bei Sabine Willmann. Sie ist vor vielen Jahren nach El Hierro ausgewandert und weiß genau, was man sehen muss und wo man gut isst und trinkt. (www.elsitio-elhierro.es/descripcionale)

M I E T A U T O : Braucht man es? Ja! Ein kleines reicht (ca. 25,- Euro am Tag).

U N D  W A R U M … ausgerechnet nach El Hierro ?
Weil El Hierro inspiriert. Es dauerte keine 2 Tage, da sprudelten genau DIE Ideen, für die es manchmal eben einen besonders abgelegenen Ort braucht. Klar, die Anreise dauert einen ganzen Tag. Aber dann! El Hierro ist die Insel für all die Fragen, die in unseren Herzen schlummern. Unter dem großen, endlosen Himmel, der Stunde für Stunde anders, aber immer so aussieht, als habe ihn der englische Künstler William Turner geradewegs für uns gemalt, kommt so eine Art “Insel-Spirit” auf, der uns in Gleichklang brachte. Klingt alles ganz furchtbar spirituell, völlig richtig! Vielleicht ein Satz zum Abschluss: auch unspirituell hat man auf El Hierro einfach eine richtig gute Zeit.

U N B E D I N G T  M A C H E N:  mit dem Mietauto hinauf zur Kapelle “Ermita de los Reyes” fahren und die “Virgen de los Reyes”, die Madonnenfigur über dem Altar besuchen. Wenn die Kapellentür offensteht, kann die kleine “Virgen” vom Altar aus ganz weit hinaus aufs Meer schauen. Sie hat einen sehr schönen Platz dort oben. Alle vier Jahre wird die kleine Madonnenfigur ins Freie getragen und von den Insulanern während einer bunten Prozession viele Kilometer lang tanzend und singend über die Insel getragen. Es wird laut getrommelt und geflötet. Während dieser Zeit ist El Hierro völlig ausgebucht. Viele Kanaren, die El Hierro irgendwann den Rücken kehrten, kommt für diese Prozession von überall aus der Welt zurück auf ihre Insel.

Foto:  PETERSEN